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Nacura

Katzenkrankheiten

F I P - Eine sehr häufige Katzenkrankheit

 

Um zu verstehen, was FIP ist und wie sich das Leben einer mit FIP-infizierten Katze gestaltet, sollte jeder Katzenhalter ein fundiertes Grundwissen besitzen. Die feline infektiöse Peritonitis ist eine Infektionserkrankung, die nicht sicher nachgewiesen werden kann, vor der es keinen zuverlässigen Schutz gibt und für die keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt sind. Sie führt immer zum Tod der Katze. Am häufigsten erkranken junge Katzen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren und ältere Tiere ab 14 Jahren. Man kennt zwei verschiedene Verlaufsformen, die trockene FIP und die feuchte FIP. Bei letzterer kommt es wegen des entzündeten Bauchfells, Herzbeutels und Brustfells zu massiven Ergüssen in die entsprechenden Körperhöhlen. Dies führt zum typischen "Wasserbauch" Bei der trockenen Form bleiben Flüssigkeits-absonderungen der entzündeten Organe aus. Allerdings werden auch Mischformen beider Verlaufsformen der FIP beobachtet. Die Krankheitserscheinungen beim Ausbruch einer feuchten FIP sind vielfältig: Meist verweigert die Katze die Nahrung, magert ab und sieht ganz offensichtlich krank aus. Dann kommt es zu einer starken Zunahme des Bauch-umfanges, und Fieber setzt ein. Die trockene FIP wird von weniger klaren Symptomen begleitet: Auch hier treten Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust ein. Darüber hinaus beobachtet man häufig Blutarmut, Gelbsucht und manchmal Probleme mit den Augen und dem Nervensystem.

Wie entsteht eine FIP? Es ist für das Verständnis des folgenden Textes äußerst wichtig, sich folgenden Sachverhalt einzuprägen: Man kennt zwei fast identische Coronaviren bei der Katze: das völlig harmlose feline enterale Coronavirus (FECV) und das aus diesem durch Mutation hervorgegangene bösartige FIP-Virus (FIPV). Beide Viren sind genetisch so nahe verwandt, dass sie sich nur durch äußerst aufwendige molekularbiologische Methoden aus einander halten lassen. Deshalb fasst man auch beide Viren zu den felinen Coronaviren (FCoV) zusammen. Das FECV kann man überall und in großer Zahl in der Umwelt antreffen, weshalb sich auch viele Katzen damit infizieren. Die Aufnahme erfolgt über Mund oder Nase bei Kontakt mit infiziertem Kot oder über FECV-verunreinigte Gegenstände. Sogar der Mensch kann das Virus transportieren und auf die Katze übertragen. Häufig infizieren virustragende Katzenmütter ihre Welpen. Meist bekommt der Katzenhalter von der FECV-Erstinfektion überhaupt nichts mit, manchmal kann er einen leichten Durchfall beobachten. Das FECV vermehrt sich im Darm und wird dort vom Immunsystem wirksam mit Antikörpern bekämpft. Nur in wenigen Fällen kommt es zu einer kompletten Eliminierung der FECV; zumeist bleiben Virus und Antikörper im Körper existent und halten sich die Waage. Nur sehr wenige Katzen scheiden das FECV längerfristig oder sogar dauerhaft mit ihrem Kot aus. Wie bereits erwähnt, vermehren sich die FECV im Darm. Hierbei kommt es häufig zu Mutationen, aber nur sehr wenige dieser Mutationen sind auch gefährlich, und zwar nur diejenigen, die das Virus befähigen, eine spezielle Form der weißen Blutkörperchen und so genannte Fresszellen des Immunsystems zu infizieren. Diese Mutanten sind die so genannten FIP-Viren. Sie sind immer noch Coronaviren, nun aber aggressive Varianten der einstmals harmlosen FECV. Man weiß heute, dass genau diese mutierten FIPV für die Erkrankung FIP verantwortlich zeichnen. Welche Mechanismen letztlich zum Ausbruch der FIP führen, ist noch nicht gänzlich geklärt. Die derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse deuten auf folgendes Szenario hin: Eine körperlich gesunde Katze reagiert nach einer FECV-Infektion mit einer funktionierenden Immunantwort, die die infizierten weißen Blutkörperchen und die Fresszellen Schach zu halten vermag. In einer kleinen, sozial stabilen Katzenpopulation wird diese Katze sehr viele Jahre leben und wahrscheinlich niemals an FIP erkranken. Zu Problemen kommt es bei Störungen dieses Gleichgewichtes, sei es durch Stress in großen Katzenpopulationen, sei es durch Erkrankungen, die das Immunsystem direkt schwächen (FIV oder "Leukose"), sei es durch Umzug in eine neue Umgebung oder durch Stress nach Operationen. Aufgrund des geschwächten Immunsystems können sich die FECV nun stark vermehren. Damit erhöht sich gleichzeitig die Anzahl der vermehrungs-bedingten Mutationen, was wiederum die Bildung gefährlicher FIPV-Mutanten wahrscheinlicher macht, und diese können nun ungestört in den weißen Blutkörperchen und Fresszellen den Darm verlassen und sich im ganzen Körper ausbreiten. Damit nimmt die tödliche Erkrankung FIP ihren Lauf. Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Eine Katze infiziert sich nicht mit FIPV, sondern mit FECV. FIPV entstehen durch Mutation in der Katze. Diese werden nur dann gefährlich, wenn ein geschwächtes Immunsystem nicht verhindern kann, dass sie sich stark vermehren und den Darm verlassen. Darüber hinaus wird eine genetisch bedingte Veranlagung zur Ausbildung einer FIP diskutiert; das heißt, es könnte sein, dass manche Katzen erblich bedingt anfälliger für FIP sind als andere.

Kann man eine FIP nachweisen?

Es gibt ein im Zusammenhang mit FIP weit verbreitetes Missverständnis, und das betrifft den "FIP-Titer". Ein Titer ist ein Maß für die Menge vorhandener Antikörper im Blut. Je größer der Titer ist, desto mehr Antikörper wurden gefunden. Ein Titer von 1:10.000 bedeutet, dass die Blutprobe auf das 10.000-fache verdünnt werden musste, bevor der Antikörper nicht mehr nachgewiesen werden konnte. Demnach zeigt ein Titer von 1:10 wesentlich weniger Antikörper im Blut an als ein Titer von 1:10.000. Mit den zuvor beschriebenen Ursachen für die Erkrankung FIP wird sofort ersichtlich, worin das Missverständnis liegt: Es kann gar keinen "FIP-Titer" geben, es kann nur einen Titer geben, der die Antikörper gegen die harmlosen FECV misst. Der "FIP-Titer" müsste also korrekterweise als Coronavirus-Titer bezeichnet werden. Leider hält sich der unzutreffende Name hartnäckig und verführt immer wieder zu der falschen Schlussfolgerung, ein hoher Titer sei nahezu gleichbedeutend mit FIP.

Was aber kann ein positiver Titer wirklich anzeigen?

1. Die Katze macht gerade eine harmlose FECV-Infektion durch.

2. Die Katze hat irgendwann einmal eine FECV-Infektion durchgemacht und/oder trägt harmlose FECV in sich.

3. Die Katze wurde mit Primucell® geimpft (siehe unten).

4. Die Katze hat eine akute FIP.

Ein positiver Titer kann also schon eine Reihe harmloser Ursachen haben. Hinzu kommt, daß selbst Katzen mit einem negativen Titer, d.h. ganz ohne Antikörper im Blut, akut an FIP erkrankt sein können. Damit dürfte klar sein, wie wenig aussagekräftig der Titer tatsächlich ist. Man forscht gegenwärtig verstärkt nach eindeutigen Nachweismethoden für mutierte FIPV. Wegen der sehr großen Ähnlichkeit zu den harmlosen FECV gestaltet sich dies als äußerst schwierig. Sowohl auf Basis der Viren selbst als auch auf Basis der Antikörper gelingt es bisher keiner überprüften Methode, beide Viren eindeutig nachzuweisen bzw. zu unterscheiden. Weiter hat man versucht mit einem so genannten FIP-Profil, d.h. anhand verschiedener Blutparameter, eine ausgebrochene FIP nachzuweisen. Leider ermöglicht aber auch dieses Profil keine eindeutige Diagnose. Selbst bei einer ausgebrochenen nassen FIP kann man eine Diagnose nicht mit absoluter Sicherheit stellen. Es gibt zwar Methoden zur Untersuchung von Flüssigkeitsproben aus dem Bauchraum, die eine Diagnose sehr wahrscheinlich werden lassen. Hundertprozentig sicher sind sie jedoch auch nicht.

Fazit: Es gibt derzeit keinen eindeutigen Nachweis einer FIP-Erkrankung.

Kann man eine Katze vor FIP schützen?

Anfangs glaubte man, diesen Schutz über die üblicherweise ausgelöste Antikörperbildung im Blut aufbauen zu können. Dummerweise beschleunigten aber ausgerechnet die Antikörper bei einer nachfolgenden Infektion einen Ausbruch der FIP.

Seit 1991 ist eine Schutzimpfung gegen FIP auf dem Markt, die diese Komplikation vermeiden soll. Der Impfstoff heißt Primucell®, wird von der Firma Pfizer produziert und direkt in die Nase der Katze geträufelt. In diesem Impfstoff kommt ein genmanipulierter FIPV-Stamm zum Einsatz, der sich nur bei Temperaturen um 31° C vermehren kann, nicht aber bei der normalen Körpertemperatur der Katze von 39° C. Mit diesem Trick will man verhindern, dass das FIPV vom Impfstoff in den Körper gelangt, sich dort vermehrt und somit böse Folgen haben kann. Die Wirksamkeit dieser Impfung wird in der Fachwelt äußerst kontrovers diskutiert. Weitgehend einig ist man sich darüber, dass eine Impfung nur für Katzen zu empfehlen ist, die noch nie Kontakt mit Coronaviren hatten. Aber selbst dann liegt die Schutzwirkung bei deutlich unter 100 Prozent.

Diese und weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.odo.in-berlin.de/mini-FIP-FAQ.html

 

 

Katzenkrankheiten – Teil 2.

 

FIV (Katzen-Aids) - Feline Immundefizienz

 

Viele Katzen sind mit dem Felinen Immunschwächevirus (FIV) infiziert. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Die Ansteckung erfolgt durch Beißereien, den Geschlechtakt oder durch Übertragung von der Katzenmutter auf ihre Welpen. Am häufigsten infizieren sich Straßenkater mit dem Virus.

 

Die Immunschwäche-Krankeit FIV ist eine durch das Feline Immunschwäche Virus (FIV) ausgelöste Infektionskrankheit, auch bekannt unter der Bezeichnung Katzenaids. Das FIV-Virus gehört - ähnlich wie auch das FeLV Leukämie Virus - zur Gruppe der Retroviridae (Retroviren). Im Gegensatz zum FeLV ist das FIV-Virus jedoch ein sogenanntes "schleichender Virus", Lentivirus. Lentiviren verursachen unterschiedliche Erkrankungen bei verschiedenen Tierarten (wie z.B. Lungenentzündung bei Schafen oder Blutarmut bei Pferden) sowie beim Menschen die Immunschwäsche Krankheit AIDS, weshalb die Feline Immunschwäche auch als Katzen-AIDS bezeichnet wird.

Bei Infektion und Ausbruch der FIV-Erkrankung vermehrt sich das Katzenaids-Virus in den weißen Blutkörperchen (Lymphozyten)in den Lymphknoten der Katze. Mit fortschreitender Erkrankung breitet sich das Virus im ganzen Körper der Katze aus und befällt mehr und mehr Lymphknoten. Dabei schwellen die Lymph-Knoten in der Regel merklich an. Sollte eine Anschwellung ausbleiben, so wird der unbedarfte Katzenhalter die Erkrankung seiner Katze kaum feststellen. Nach Tagen (in der Regel jedoch erst nach einigen Wochen / Monaten) reduziert sich durch die Infektion die Anzahl weißer Blutkörperchen im Katzenblut. Ist die Krankheit weiter fortgeschritten, so kann es auch zur Anämie (Blutarmut) kommen.

 

Ähnlich dem Menschen, so können auch infizierte Katzen trotz des Katzenaids Jahre ohne Auffälligkeit oder Anzeichen einer Krankheit leben. Da das Katzenaids das Immunsystem der Katze angreift und schwächt, kann es jedoch mitunter zu Infektionen kommen, die durch die geschwächten Abwehrkräfte nur schwer durch die Katze selbst geheilt werden können. Eine erneute Infektion führt dann meist zum Tod der erkrankten, FIV-positiven Katze.

 

Die Diagnose wird meist durch einen FIV-Antkörper-Test gestellt. Da es beim Antikörpertest auch zu Fehldiagnosen kommen kann, sollte ein zweiter Test zur Absicherung der Ergebnisse nach etwa acht bis zwölf Wochen erfolgen!!

 

Auch wenn Katzen das Virus in sich tragen, können sie bei guter Betreuung viele Jahre leben, ohne dass die Krankheit ausbricht. In dieser Zeit brauchen sie nur die üblichen jährlichen Untersuchungen beim Tierarzt. Tierärzte empfehlen außerdem noch regelmäßige Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche, denn die können durch Schuhe und Kleidung ins Haus getragen werden. Der Ausbruch der Krankheit zeigt sich zum Beispiel durch Infektionen der Mundschleimhaut, der Atemwege oder der Haut.

 

Ein neues Medikament, Virbagen Omega, kann zwar FIV nicht heilen, aktiviert aber die körpereigenen Immunkräfte der Katze durch den Wirkstoff Interferon. Die reinen Arzneimittelkosten betragen pro Spritze circa 10 Euro, dazu kommen noch die Tierarztkosten. Das Interferon setzten Tierärzte auch bei Patienten ein, bei denen die Immunschwächekrankheit ausgebrochen ist. Die Behandlungssequenz dauert sechs Wochen mit jeweils einer Spritze pro Woche. Bei Bedarf folgen nach einer Pause weitere Behandlungsphasen. Mit dieser Methode haben viele Tierärzte mit dieser Methode bisher positive Erfahrungen gemacht. Es wird allerdings vor zu viel Hoffnung gewarnt, denn das Medikament ist kein Wundermittel. Es verbessert die Symptome, wie zum Beispiel die Entzündungen der Mundschleimhaut. Die Katze fühlt sich durch die Behandlung besser. Was das neue Medikament vielleicht noch leisten kann, wird sich erst mit der Zeit herausstellen. Die Tierärzte haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass es infizierte Katzen gibt, bei denen die FIV-Krankheit nie ausbricht.

 

Um eine Übertragung des Felinen Immunschwäche Virus FIV auf gesunde Katzen zu verhindern, sollte jeglicher Kontakt der infizierten Katze zu anderen nicht infizierten Katzen vermieden werden und die erkrankte Katze ausschließlich in der Wohnung und ohne unkontrollierten Auslauf im Freien gehalten werden.

 

 

Katzenkrankheiten – Teil 3.

 

FeLV Leukose - Felines Leukämie Virus

 

Die Leukose bezeichnet eine Krankheit, die auf einer Veränderung des Blutbildes beruht. Meist ist es eine Art der Leukozyten (weiße Blutkörperchen), die sich so massiv vermehrt, dass man von einer krebsartigen Wucherung sprechen kann.

Eine andere Bezeichnung für Leukose, den meisten von uns gebräuchlicher, ist Leukämie. Man nannte das Virus, das die Katzenleukose auslöst, früher auch Felines Leukämievirus. Diese Erkrankung gibt es nicht nur bei der Katze, sondern auch bei anderen Tierarten wie Hund und Rind (als Leukämie auch beim Menschen). Allerdings konnte nur bei der Katze ein Virus als Erreger nachgewiesen werden. Die meisten, jedoch nicht alle Leukose-Erkrankungen der Katze werden durch das Leukosevirus (FeLV) ausgelöst: bei alten Tieren kommt es vereinzelnd zu einer Leukose-Erkrankung, die nicht mit dem Virus zu tun hat.

Erstmals wurde 1964 das Leukosevirus bei einem Tier festgestellt. Daraufhin dauerte es noch viele Jahre, bis man erforscht hatte, für welche Erkrankungen es verantwortlich ist und durch welche Mechanismen das Virus die Krankheit auslöst. Mitte der 80er Jahre kannte man den Erreger gut genug, um einen Impfstoff dagegen entwickeln zu können. Doch es dauerte noch lange, bis dieses Wissen an die Tierbesitzer weitergegeben war und diese die Gefährdung ihrer Katze durch das Leukosevirus erkannten.

Der Infektionsweg verläuft hauptsächlich direkt, also von Katze zu Katze. Speichel, Blut und manchmal auch Urin sind infektiös. Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion (z.B. beim Anfauchen oder Niesen) übertragen. Am meisten gefährdet sind Katzen, die viel Kontakt zu Artgenossen haben, also Freigänger in dicht besiedelten Gegenden. Ebenso natürlich auch Tiere in Vielkatzenhaushalten, wenn nicht alle FeLV-getestet bzw. geimpft sind.

Wenn aber eine gesunde Katze auf einen FeLV-Überträger trifft, wird sie sich nicht unbedingt infiziert. In vielen Fällen ist das Immunsystem stark genug, um das eindringende Virus zu vernichten, noch bevor es in die Blutbahn gelangen kann. Gelingt es dem Virus jedoch, sich über den Blutweg im Körper auszubreiten, kommt es meist zur fortdauernden Infektion. Durch Besiedelung der Speicheldrüsen beginnt die Verbreitung auf andere Katzen

Selten treten sogenannte latente Infektionen auf. Hierbei nistet sich das Virus im Körper ein, vermehrt sich jedoch nicht und ist auch im Blut nicht nachweisbar. Solche Tiere zeigen im FeLV-Test das Resultat negativ. Sie sind auch meist keine Virus-Überträger, jedoch kann es bei Schwächung der körpereigenen Abwehr (Stress oder Krankheit) jederzeit zu einem Eindringen der Viren in das Blut und damit zum Ausbruch der Infektion kommen.

Die Leukose ist eine der gefährlichsten und heimtückischsten Infektionskrankheiten bei Katzen. Katzen können jahrelang FeLV-Träger sein und auch andere Katzen anstecken, ohne selbst zu erkranken. Leukose ist für Katzen gefährlich wie AIDS und so leicht übertragbar wie Schnupfen.

Hier liegt die große Gefahr. Monate bis Jahre nach der Ansteckung kommt es zum Ausbruch der Krankheit. Als Auslöser wird häufig eine Stress-Situation (Umzug, Besitzerwechsel etc.) festgestellt.

Bei nur etwa 20% der erkrankten Katzen kommt es zu der Leukose-Form, die dieser Krankheit den Namen gab, nämlich zu einer bösartigen Wucherung bestimmter Blutzellen. Die weitaus meisten Tiere (ca. 80%) sterben jedoch an sogenannten FeLV-assoziierten Krankheiten, die bei Leukosekatzen eindeutig häufiger anzutreffen sind als bei anderen Katzen.

Folgende Krankheitsanzeichen gelten unter anderem als FeLV-assoziiert:

Anämie, bestimmte Darmentzündungen, Gelbsucht, Zahnfleischentzündungen, Muskelschwund, Toxoplasmose, Gebärmutterentzündungen, Lymphknotenschwellungen.

Beispielsweise erkranken Leukosekatzen mehr als doppelt so häufig an Zahnfleischentzündungen als gesunde Katzen, ihr Toxoplasmoserisiko ist fünffach erhöht.

Man sollte also das Auftreten oben genannter Befunde als Warnzeichen ansehen. Ein ernstzunehmendes Alarmzeichen ist es ebenfalls, wenn vorliegende Erkrankungen sich trotz tierärztlicher Behandlung nicht oder nur wenig bessern. Es ist wahrscheinlich, dass das Leukosevirus die Abwehrkräfte des Körpers schwächt und dadurch viele Krankheiten einen schlimmeren Verkauf nehmen als erwartet.

Obwohl der Feline Leukämievirus durch Wärme und Trockenheit leicht ausstirbt, gibt es bis heute keine Möglichkeit zur Heilung einer derartigen Infektion oder Erkrankung. Verschiedene Chemotherapien wurden bereits entwickelt, diese können jedoch - je nach Infektionsschwere und körperlicher Verfassung der erkrankten Katze - die Infektionserkrankung nur vorübergehend stoppen bzw. lindern.

Zur Vorbeugung der Ansteckung durch den Felinen Leukämievirus gibt es verschiedene Impfungen. Junge Katzen (Kitten) sollten zweimal gegen FeLV geimpft werden – zwischen der neunten und zehnten Lebendwoche. Die zweite Impfung sollte etwa drei bis vier Wochen nach der ersten erfolgen. Erwachsene Katzen müssen jedes Jahr neu gegen Katzenleukose geimpft werden. Sie wird auch Booster-Impfung genannt.

 

 

KATZENKRANKHEITEN Teil 4.)

 

Katzenschnupfen - Feline Virale Rhinotracheitis

Beim Katzenschnupfen handelt es sich um eine Infektionskrankheit der Katze (Feline Virale Rhinotracheitis), die durch verschiedene Viren wie Calici-Viren, Herpes-Viren, sowie verschiedene Bakterien wie Mykoplasmen (auch Mollicutes oder Pleuropneumonia Like Organisms, PPLO genannt) und Chlamydien ausgelöst und übertragen wird.

 

Katzenschnupfen ist ansteckend, der Kontakt einer infizierten Katze mit anderen, gesunden Katzen sollte deshalb unbedingt vermieden werden, da die Krankheitserreger des Katzenschnupfens durch Tröpfchen von Nasensekret, Tränenflüssigkeit und Speichel übertragen werden und zur Ansteckung führen können. Auch kontaminierte Gegenstände (Näpfe u.ä.) können die Katzenschnupfen-Erreger auf gesunde Tiere übertragen und zur Infektion führen.

 

Die Inkubationszeit beträgt nur wenige Tage, d.h. der Katzenschnupfen kann bereits innerhalb von 1 bis 5 Tagen ausbrechen. Symptome des Katzenschnupfens sind meist hohes Fiber (erkennbar durch heisse Ohren und Nase) und häufiges Niesen. änhlich der Erkältung und dem Schnupfen beim Menschen, schwellen die Mandeln und Lymphknoten im Halsbereich an und die Katze hat auffallend trändende Augen und eine tropfende Schnupfen-Nase. Mit dem Katzenschnupfen infizierte Katzen sind zudem matt, motivationslos und haben keinen Appetit. Mit fortschreitender Krankheit kann es zu vermehrtem Haarausfall und Entzündungen der Mundschleimhaut sowie der Augen kommen. In einzelnen, schweren Fällen können Lungenentzündungen und Geschwüre eine Folge des Katzenschnupfens sein.

 

Durch Impfung (eine Standardimpfung für Katzen beim Tierarzt) kann der Ansteckung und Erkrankung erfolgreich vorgebeugt werden. Bei bereits ausgebrochener Krankheit sollte unbedingt und schnellstmöglich der Tierarzt aufgesucht werden. Zur Behandlung des Katzenschnupfens sollte man zunächst die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß die Katze durch ihre eigenen Abwehrkräfte die Krankheitserreger bekämpfen kann. Dazu ist es notwendig, die Lebens- und Umweltbedingungen der erkrankten Katzen so zu verändern, daß ein nicht zu trockenes, warmes Raumklima das Überleben und Vermehren der Erreger (Viren und Bakterien) verhindert. Neben der Behandlung mit Antibiotika sollte besonders auf Reingigung und Pflege von Augen und Nase der Katze geachtet werden. Das Hauptziel der Behandlung ist die Stärkung des Immunsystems und der Abwehrkräfte der Katze.

 

 

 

Katzenkrankheiten Teil 5.)

 

Katzenseuche / Panleukopenie

 

Katzenseuche oder Panleukopenie ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die weltweit vorkommt. Befallen werden bevorzugt Jungiere, aber grundsätzlich sind Katzen jeden Alters empfänglich. Andere Tierarten wie Hund oder Mensch können sich nicht anstecken.

 

Der Erreger der Katzenseuche ist der Feline PanleukopenieVirus (FPV) aus der Gruppe der Parvoviridae. Er ist mit dem Erreger der Parvoseuche des Hundes und dem AleutenVirus der Nerze verwandt.

 

Die Ansteckung kann auf vielen Wegen geschehen. Kranke Tiere scheiden den Virus mit Kot, Urin, Speichel etc aus. Flöhe und andere Insekten dienen als Überträger. Körbe, Näpfe oder Kleidung und Hände des Katzenhalters können die Seuche auch in die einsamste Wohnung einschleppen. Überlebende Patienten können als Dauerausscheider den Virus mit Kot und Urin noch viele Monate lang auscheiden. In der Umwelt bleibt der Virus bei Raumtemperatur bis zu einem Jahr infektiös. Viele Desinfektionsmittel sind wirkungslos.

 

Übliche Symptome sind hohes Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, Durchfall und Erbrechen. Die Ansteckungsrate ist hoch, dh. die meisten ungeimpften Kontakttiere stecken sich an. Die grösste Gefahr geht heute von den Massenhaltungen wie Tierfabriken, Tierheimen und Katzenpensionen aus. Die Sterblichkeit liegt zwischen 25 und 75%, abhängig von der Agressivität des Virusstammes und dem Alter des Patienten. Welpen können sich schon im Mutterleib anstecken. Der Virus greift ihr Kleinhirn an. Massive Bewegungsstörungen sind das Resultat. Das Blutbild zeigt häufig einen Mangel an weissen Blutzellen, eine Leukopenie, die der Erkrankung ihren wissenschaftlichen Namen gab.

 

Zur Behandlung der Katzenseuche stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Serum, Transfusionen sowie Antibiotika gegen Trittbrettfahrer stehen dabei im Vordergrund. Auch die Homöopathie kennt ein ausgezeichnetes Mittel, mit dem wir schon manchen Patienten retten konnten. In vielen Fällen kommt aber tierärztliche Hilfe einfach zu spät. Im Extremfall ist die Katze schon wenige Stunden nach Beginn der Symptome tot.

 

Zur Vorbeugung sind seit vielen Jahren ausgereifte Impfstoffe gegen Panleukopenie verfügbar. Die erste Impfung kann schon mit 9 Wochen erfolgen. Erste Wiederholung nach 3 Wochen, ab dann jährlich nur noch einmal.

 

 

KATZENKRANKHEITEN TEIL 5.)

 

Hautpilzerkrankungen

 

Verursacher sind Hautpilze der Gattung Microsporum und Trichophyton. Microsporum canis ist mit großem Abstand der häufigste Erreger einer Hautpilzerkrankung bei der Katze. Die Übertragung erfolgt vorwiegend direkt von Katze zu Katze. Die überall in der Wohnung verteilten Pilzsporen sind sehr widerstandsfähig und bleiben in der Umwelt lange Zeit ansteckungsfähig. Deshalb kann die Pilzerkrankung auch durch die Hände, durch Kleider und Schuhe des Menschen, durch Transportkäfige, Bürsten und andere Gegenstände übertragen werden. Besondere Gefahren gehen von der Zusammenkunft vieler Katzen aus verschiedenen Haushalten in Tierhandlungen, Katzenpensionen und Tierheimen sowie auf Katzenausstellungen aus.

 

Krankheitsanzeichen: Von der Zeit der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Haut- und Haarveränderungen verstreichen mind. l bis 2 Wochen. Oft entstehen runde oder ovale, teilweise zusammenfließende haarlose Bezirke. Die Haut ist an diesen Stellen häufig verdickt, und am Rand ist eine wallartige Erhöhung erkennbar. Die Haare brechen oft wenige Millimeter über der Hautoberfläche ab. Manchmal sind Schuppen und Krusten vorhanden. Der Juckreiz fehlt am Anfang meistens, kann aber später bei Verschlimmerung der Entzündung auftreten. Bei einigen Katzen sind die Befunde nicht so auffällig, sie haben nur ein stumpfes Fell mit teilweise vermehrter Schuppenbildung. Manche Katzen sind ganz ohne sichtbare Haut- und Haarveränderungen mit Pilzen besiedelt. Sie haben für die Übertragung eine besondere Bedeutung.

 

Vorbeugung und Behandlung: Weil z.B. Milbenbefall ganz ähnliche Symptome hervorrufen kann, stellen die Tierärztin oder der Tierarzt die Diagnose nicht nur aufgrund der bloßen Krankheitsanzeichen. Häufig sind Zusatzuntersuchungen, wie z.B. die Betrachtung mit einer UV-Licht-Lampe erforderlich. Sicherheit kann ein sogenanntes Hautgeschabsel bringen, bei dem mit einer Klinge Hautschuppen, Haare und Krusten abgenommen werden. Diese Probe wird dann für die mikroskopische Beurteilung und zur Anzüchtung der Pilze auf einem speziellen Nährmedium verwendet. Leider dauert es manchmal einige Wochen bis das endgültige Laborergebnis vorliegt. Bei hochgradigem Pilzbefall müssen langhaarige Katzen geschoren und mehrere Wochen mit Tabletten und mit pilztötenden Lösungen behandelt werden. In der Wohnung müssen wenigstens alle Bereiche in und um die Lieblingsplätze der Katze sowie alle Spiel- und Pflegegerätschaften mehrmals gereinigt und desinfiziert werden. Alle tierärztlichen Anweisungen sollten gewissenhaft durchgeführt werden - es handelt sich um eine hochansteckende Krankheit, die auch auf den Menschen übertragbar ist!

 

 

 

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