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Flowmedia GmbH

Nacura

Kaninchenhaltung

Ein glückliches Kaninchenleben

Bevor ich Ihnen von meinen wenigen, aber glücklichen Kaninchen erzähle, möchte ich mich gern vorstellen. Seit 4 Jahren betätige ich mich ehrenamtlich im Katzen- und Kleintierhaus des TH Gütersloh. Meine große Liebe zu Kaninchen und der Wunsch zu helfen führten mich derzeit an diesen Ort. Als Co-Autorin vom newsletter stelle ich Ihnen nun meine weitgehend artgerecht lebenden Kaninchen vor. Natürlich in der Hoffnung, viele Menschen für diese Art der Haltung im Sinne der Tiere zu begeistern.

Meine ersten Kaninchen lebten im Haus, doch mit dem Umzug in eine Wohnung mit großem Garten stand mein Entschluss fest: Hier sollen sie und noch ein paar weitere Tiere das ganze Jahr über frische Luft und Auslauf ohne Zeitbegrenzung genießen dürfen. Die ideale Ecke war bald gefunden. Mit dem Einverständnis meiner Vermieter durfte ich einen kleinen, gemauerten Geräteraum als Basisunterkunft für die Hoppel nutzen. Von dort aus wurden Abmessungen festgelegt. Dabei galt: je größer, umso besser. Zusammen mit dem gemauerten Raum sollten den Kaninchen zukünftig ca. 26 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Diese Tiere buddeln naturgemäß mit großer Begeisterung. Darum war es dringend notwendig, den Rasen in Platten abzustechen und den Boden mit bissfestem Draht auszulegen. Pfähle wurden fest und tief in der Erde verankert, damit die Außenkonstruktion Standfestigkeit bekam. Um diese Pfähle zogen wir ebenfalls bissfesten Draht, der sich mit dem am Boden liegenden überdecken musste. So gab es für die Tiere keine Lücke, durch die sie entlaufen konnten. Nachdem die Rasenplatten wieder aufgelegt waren, ging es an die hermetische Abriegelung durch ein ebenfalls aus Draht bestehendes Dach. Ein wichtiges Detail damit weder Feinde, noch eifrige Mitesser wie z. B. Ratten zu den Kaninchen eindringen können. Dazu schützt die Hälfte der Fläche eine schräge Dachkonstruktion. Auch bei Regen können sich die Tiere so draußen aufhalten, ohne sonderlich nass zu werden. Nun ging es an die Innenausstattung: Im gemauerten Raum fand ein ausgedienter Holz-Kaninchenstall Platz. Mit Streu ausgelegt, dient der Boden, eine Plastikschale, als ideale Toilette. Sie ist auch für mich einfach zu reinigen. Durch aufeinander gestapelte Paletten ergeben sich Klettermöglichkeiten, gleichzeitig Unterschlupf und eine Liegefläche, die wesentlich wärmer ist als der Bodenbeton. Die Tür nur einen Spalt geöffnet, kommt die relative Dunkelheit den in der Natur unter der Erde lebenden Kaninchen entgegen. Unter dem schützenden Dach befindet sich eine Palette, die heute gern als gemeinsamer Liegeplatz genutzt wird. Auf dem Rasen/Sandgelände biete ich den Tieren Durchschlupfmöglichkeiten  in Form von großen, halben Abflussrohren. Ein Baumstumpf zum nagen und springen macht die Außenausstattung komplett.

Futter und Wasser stehen selbstverständlich so geschützt, dass kein Regen das Futter durchnässen kann.

 

Noch was vergessen ?

 

Natürlich, hinein mit den zappeligen Langohren !!

 

Bei so viel Platz haben selbst meine Großen, die so genannten ?Stallhasen Auslauf genug. Sie werden in der Regel zum Essen gezüchtet und können bis 6 Kilo auf die Waage bringen. Eine kleine Häsin aus der Gruppe wurde von den anderen nicht akzeptiert, sie lebt nun in einem abgeteilten kleineren Teil, wo sie jedoch durch den Draht weiterhin Kontakt zu den Artgenossen halten kann. Auch ihr steht ein wetterfester Stall zur Verfügung. Wenn sie den idealen Partner gefunden hat, reicht der gesamte Platz auch für ein Hasenpärchen.

 

In meinem Gehege ist der Mensch derjenige, der Futter bringt und sich um die Tiere sorgt. Dieser Ort soll eine Oase des Lebens und des Friedens darstellen. Bis zu ihrem natürlichen Tod dürfen meine Kaninchen hier gemeinsam leben. Möglichst glücklich. Ausreichend Platz, gute Pflege und liebevolle Aufmerksamkeit sind ein Teil davon. Überzeugen Sie sich selbst.

 







Zwei Jahre später

Die folgenden Zeilen fügen sich an obigen Bericht, den ich vor ca. 2 Jahren über mein erstes Außengehege verfaßt habe. Einige Zeit ist vergangen und ein Umzug hat auch die Lebensumstände meiner Tiere verändert. Einige Kaninchen sind in der Zwischenzeit gestorben. Sie bleiben für immer unvergessen und jedes hat seinen festen Platz in meinem Herzen. Die ihren Lebensweg bei mir beendet haben, hinterließen zwar eine Lücke, aber auch einen Platz, der wieder mit einem bedürftigen Artgenossen besetzt werden konnte. So besteht meine Gruppe heute aus 6 ganz unterschiedlichen Tieren, von denen nur noch 2 aus der Ursprungsgruppe stammen: die beiden großen Brüder Herkules und Zeus. Dazu lebt noch ein älteres Pärchen separat in einem Extra-Stall mit einem Stück Freilauf direkt neben der größeren Gruppe. Omi und Paulchen lieben sich, möchten ihr Leben ein Einehe führen und genießen es sichtlich.

Das neue Gehege ist zwar, dem Garten entsprechend, nicht so groß wie vorher, aber genauso artgerecht. Hier fällt sofort das große Dach ins Auge, eine solide Konstruktion von

3 x 3 Metern, die an dem vorhandenen Gartenhäuschen angebracht wurde. Es ist wichtig, den Tieren einen trockenen Platz anzubieten; auch die Unterkünfte müssen geschützt stehen um das Holz vor dem Verrotten zu bewahren. Wg. der besonderen Gegebenheiten mußte ich diesmal auf eine komplette Überdachung mit Draht verzichten, so kann z. B. mein Kater jederzeit dort hinein. Meine Kaninchen sind die Anwesenheit der Samtpfoten (auch die der Nachbarn) mittlerweile gewohnt und reagieren mit stoischer Ruhe, die an Ignoranz grenzt. Wenn die Katzen friedlich sind, ist diese Begegnung absolut unkompliziert. Mein Kater geht oft mit mir zum „Hasis füttern“, ein kleines Ritual. Die Lage des Geheges bezeichne ich, wegen der großen Tanne und einer Garagenwand, als recht geschützt. Wichtig ist dies bei der kommenden, zunehmenden Sonneneinstrahlung oder bei schlagendem Regen. Auch die kleinen Bäume, die vorher schon dort standen, werden ein wenig Schatten spenden. Da diese Bäume großzügige Wurzeln geschlagen haben, war es mir nicht möglich, den Boden mit Draht zu versiegeln. Einzige Maßnahme gegen die bereits begonnenen, ausgiebigen Erdarbeiten: Ein wachsames Auge und immer einen Spaten zur Hand zu haben. Wer bedenkt, dass Kaninchen in der freien Natur unter der Erde ihre Fluchtburg haben, wird Verständnis für die emsige Tätigkeit der Tiere aufbringen und auch die Geduld, die Erde wieder an seinen Ursprungsplatz zurück zu befördern. Mit Protesten muß gerechnet werden! Meine hellbraune Häsin „Pünktchen“ springt oft vor den Spaten, wenn ich ihr Werk wieder „vernichte“. Doch dies ist nun mal die einzige Möglichkeit, sie an der Eroberung des restlichen Gartens zu hindern.

Jetzt im Frühjahr beginnt wieder die Zeit der Fütterung mit Gras und Löwenzahn von den Wiesen. Bitte achten Sie darauf, dass das Grünzeug nicht an Straßen gewachsen ist oder an einem möglichen Hundekotplatz. Bitte machen Sie sich die Mühe, eine Wiese zu finden, die unbelastet ist. Und Vorsicht bei den ersten Fütterungen. Erst kleine Mengen füttern! Die Tiere sind durch den langen Winter kein Grünfutter mehr gewohnt und reagieren sonst mit schweren Verdauungsbeschwerden. Langsam anfangen und auf ein vernünftiges Maß steigern.

 

Die folgenden Fotos zeigen den heutigen Stand meiner Kaninchentruppe. Ich werde in regelmäßigen Abständen ein paar Sätze und Fotos hinzu fügen.

 

Bis dahin wünsche ich Ihnen eine schönen Zeit mit Ihren Lieblingstieren.

 

Ihre Doris Stolze




Herkules, Zeus, Biene, Pünktchen, Justin und Marie





Omi und Paulchen

Das neue Gehege





16.05.2007 - Pünktchen ist tot !

Am 16.05.2007 musste ich meine kleine rotbraune Häsin Pünktchen einschläfern lassen. Sie litt an zunehmendem Nierenversagen. Pünktchen zeigte in letzter Zeit vermehrten Durst. Erklärlich bei den hohen Temperaturen im April und auch ihren emsigen Aktivitäten in Sachen Erdarbeiten !? Trotzdem hab ich sie intensiver beobachtet. Vorher recht dominant, wurde sie auf einmal von Marie, der kleinen weißen Häsin immer wieder durch das Gehege gescheucht. Pünktchen zog sich in die äußerste Ecke zurück. Die Tiere merken instinktiv, wenn jemand von ihnen schwächer wird und nutzen dies aus. Von ihrem Rückzugsplatz habe ich Pünktchen dann aus der Gruppe genommen nachdem sie beim Laufen ihr Hinterteil merkwürdig unkoordiniert bewegte. Der erste Check bei der Tierärztin ergab keinen klaren Befund, doch wiesen ihre Symptome bereits auf eine Nierenerkrankung hin. Noch eine Nacht verbrachte meine Kleine im Käfig in der Wohnung. Lange habe ich dort gesessen und zu ihr gesprochen. Eines war klar – bei einer Nierenerkrankung gibt es keine dauerhafte Rettung. Pünktchen hat die ruhige Nacht, in der sie sich einfach ausruhen durfte, sehr genossen. Am nächsten Morgen ergab ein Bluttest katastrophale Werte. Ihre Nieren haben die Giftstoffe nicht mehr ausgefiltert, sie wurden über den Blutkreislauf bis ins Gehirn transportiert. Das erklärt ihre unkoordinierte Motorik. Mit Infusionen (2x täglich!) hätte ihr Leiden für diese Zeit gelindert werden können. Doch – ist das Lebensqualität für die kleine, agile Häsin ? Ich entschied mit „Nein“.

Pünktchen ist auf meinem Arm für immer eingeschlafen. Schön, dass sie bei uns war !!

 

Bitte beobachten Sie ihre Tiere genau, seien sie aufmerksam für Verhaltensänderungen.

Sie können ihnen viel Schmerzen und Leid ersparen, wenn sie rechtzeitig eingreifen.

 

 




Pünktchen
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Das Leben geht weiter…



Herkules

 Innerhalb weniger Tage hat sich das Leben im Kaninchengehege dramatisch verändert:

Erst starb mein geliebter Herkules und kurz danach musste auch Klein Omi ihr Paulchen alleine zurück lassen. An seiner Seite lebt nun Lucy. Herzlich willkommen !!

 

Herkules als unbestrittener Chef der Gruppe war zu jedem nett und sehr gutmütig. Alle liebten ihn, vor allem sein Bruder Zeus muss, nachdem sie nunmehr 4 ½ Jahre nicht einen Tag getrennt waren, mit diesem Verlust fertig werden. Umso schöner zu sehen, dass die anderen Mitglieder der Truppe diesen Verlust auffangen. Dies ist der unbestrittene Vorteil einer etwas größeren Gruppe – die Tiere finden sich neu und rücken enger aneinander. Niemand bleibt allein.

Mit Rücksicht auf Zeus, der keine anderen männlichen Tiere duldet außer seinem verstorbenen Bruder, wird die Gruppe weiter aus nur 4 Tieren bestehen. Mit Justin, dem anderen Böckchen, gilt ein stilles Einverständnis - er geht Zeus vorsorglich aus dem Weg.




Omi

Auch Klein Paulchen musste nach Omi´s Tod nicht alleine bleiben. Er lebt grundsätzlich sehr zurück gezogen in seinem Stall und würde sicher noch viel stiller vor Einsamkeit. So suchte ich eine ganz, ganz liebe, freundliche Hasendame, mit der er sein Leben teilen durfte. Fündig wurde ich im Bekanntenkreis, deren Kaninchen nach dem Verlust des Partners allein im kleinen Freigehege lebte. Hier sollte dies das letzte Kaninchen der Familie sein. Grundsätzlich ist ein erstes Kennen lernen durch ein Gitter bzw. Draht ratsam. Wir waren jedoch optimistisch, dass sich diese Beiden auch ohne diesen Umweg mögen würden und haben es einfach probiert. Lucy zeigte sich gleich sehr interessiert an ihrem Umfeld, Paulchen zog sich vorerst unter eine Palette zurück und klopfte Alarm. Ich konnte beobachten, dass er sie auch leicht ins Hinterteil zwickte, sie sich aber nicht wehrte. So entließ ich sie in die Nacht. Am nächsten Morgen wurde schon auf Distanz Möhrengrün gefressen und noch einen Tag später saßen sie einheitlich am Futternapf. Es hatte geklappt !!! Vor 2 Tagen durfte ich bereits die beiden beim Schmusen erleben, und das nach etwas über einer Woche !!




Große Liebe: Zeus und Herkules

 

Ich möchte Ihnen Mut machen, für Ihre Tiere immer das Beste zu probieren. Seien Sie optimistisch, dass die Partnerwahl gelingt. Fehlversuche sind nicht ausgeschlossen. Aber ein Kaninchen allein ist einsam, es braucht zumindest einen Partner an seiner Seite. Wer jemals die Tiere beim gegenseitigen Putzen und Kuscheln beobachtet hat, wird nie mehr anders denken können.

Verluste der geliebten Tiere wiegen oft schwer, auch bei ihren Menschen. Der Tod von Herkules geht mir sehr nah, er und sein Bruder sind die letzten Tiere aus der Ursprungsgruppe 2003; sie kamen schon als Kinder zu mir.

Bei aller Trauer geht es weiter !! Für die Lebenden gilt es weiter da zu sein, und zwar in ihrem Sinne. Es ist auch immer wieder wunderschön, einem neuen Kaninchen eine Chance auf ein weitestgehend artgerechtes Leben zu schenken. Lucy gehört nun zur Familie.




Paulchen und Lucy

Vielleicht entsteht zur Zeit der Eindruck, Kaninchen sterben sehr früh. Bitte bedenken Sie, ich habe mehrere Tiere, zum Teil mit biblischem Alter. Omi war circa 11 Jahre. Auch vor Krankheit mit tödlichem Ausgang ist niemand geschützt. Bei einer Gruppe von damals acht Tieren sind Verluste „normal“ zumal sie aus einer ganz gemischten Altersskala bestand.. Kaninchen haben in „Gefangenschaft“ eine Lebenserwartung von ca. 10 Jahren. Ihre wilden Artgenossen leben als Beutetiere deren Überleben von vielen Faktoren abhängt. Oft werden sie zu Opfern, bevor Krankheiten überhaupt auftreten können. Mit der modernen Medizin sind wir in der Lage, Krankheiten zu erkennen und zu heilen. Sollte dies nicht mehr möglich sein, dürfen wir sie auch von ihrem Leiden erlösen.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude mit Ihren Tieren.

Herzlichst Ihre

Doris Stolze


Infos zur Kaninchenhaltung:

HALTUNG VON KANINCHEN

Herkunft:

 

Wildkaninchen wurden vor fast 900 Jahren aus Spanien ins restliche Europa eingeführt und domestiziert. Im Laufe der Zeit entstanden unzählige Rassen verschiedener Größen und Farbschläge, welche den Menschen ursprünglich als Fleisch- und Felllieferant dienten. Außerdem wurden und werden Kaninchen massenhaft in Tierversuchen verbraucht und dienen uns als beliebtes Heimtier.

 

Kaninchen haben mit Hasen übrigens nichts gemein. Es handelt sich um ganz unterschiedliche Tierarten, der Feldhase wurde nie domestiziert. Somit ist jedes "hasenartige" Tier, welches bei Ihnen leben wird, ein Kaninchen.

 

 

 

Lebensweise:

Kaninchen sind tagaktive, gesellige Tiere, die in der Natur in Gruppen leben und selbst gegrabene Höhlen bewohnen, in die sie sich bei drohender Gefahr zurückziehen können.

 

Lebenserwartung:

Kaninchen können bis zu 10 Jahren alt werden.

Ernährung:

Kaninchen sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Heu, Stroh, Getreide, Gemüse, Kräutern, Obst etc. Im Handel sind Fertigfuttermischungen für Kaninchen erhältlich. Da Kaninchenzähne ständig wachsen, müssen sie durch harte Nahrung (Obstbaum- und Haselzweige, Knäckebrot und anderes Nagematerial) ständig abgenutzt werden. Frisches Trinkwasser muss immer zur Verfügung stehen.

 

Heimtierhaltung:

Die "herkömmliche Art" der Kaninchenhaltung, wie sie leider allzu oft praktiziert wird, einzeln und in kleinen Ställen ohne Bewegungsmöglichkeit und Kontakt zu Artgenossen, entspricht keinesfalls den natürlichen Bedürfnissen der Tiere.

 

Kaninchen wollen herumlaufen, Gänge und Höhlen graben, mit Artgenossen kuscheln, blitzschnell bei Gefahr in einem sicheren Versteck unterschlüpfen. Für uns bedeutet dies, vor einer Anschaffung genau zu überlegen, ob wir unseren Kaninchen das bieten können und wollen.

Ein einzeln gehaltenes Kaninchen, welches als Schmusetier angeschafft wurde, mausert sich oft zum "bissigen Tier", welches dann im Zweifelsfall im Tierheim landet; dabei hat es nur seinen Unmut über die unzureichenden Lebensverhältnisse kundgetan.

 

Kaninchen, die in Wohnungshaltung leben, nutzen ihre täglichen Ausflüge zu allerlei "Unsinn", aber was uns als solcher erscheint, ist lediglich der Versuch unserer Kaninchen, sich normal zu verhalten. Schnell wird der beste Teppich zum bevorzugten Kaninchenklo, oder sie versuchen mit aller Macht, sich in der Couch eine Wohnhöhle anzulegen, kratzen in allen Zimmerecken die Tapeten von der Wand und zernagen mit Vorliebe Stromkabel, was nicht nur ärgerlich für die Menschen ist, sondern auch schnell zum Tod eines Kaninchens führen kann. Trotzdem müssen wir unseren Kaninchen diese Entdeckungstouren bieten, denn nur im Käfig gehalten führen sie garantiert kein erstrebenswertes Leben.

 

Die oft gestellte Frage, wie groß so ein Käfig sein muss, lässt sich kaum beantworten, denn groß genug oder gar zu groß ist ein Käfig niemals, denn schließlich müssen die Tiere fast ihr ganzes Leben darin verbringen (das ist auch so, wenn sie stundenlang in der Wohnung herumlaufen dürfen!). Als absolutes Minimum für zwei Zwergkaninchen sollte der Käfig/Stall eine Grundfläche von vier bis sechs Quadratmeter haben und so hoch sein, dass die Tiere darin Männchen machen können, ohne oben anzustoßen. Bei größeren Kaninchen erhöht sich der Platzbedarf entsprechend. Aber: ein Leben, welches sich hauptsächlich im Käfig abspielt, ist keinesfalls tiergerecht, was bedeutet, dass Sie im Zweifelsfall im Interesse der Tiere auf solch eine Haltung verzichten sollten.

 

Die Außenhaltung von Kaninchen ist (sofern man einen eigenen Garten hat) den Bedürfnissen der Tiere schon weit näher. Dabei bedeutet "Außenhaltung" nicht, dass die Tiere in einem finsteren Ställchen hinter dem Haus "leben", sondern dass sie in einem Freigehege untergebracht werden, wo sie ganzjährig bleiben können.

 

Dafür muss man dann einige Quadratmeter (vier bis sechs) Grundstück opfern, die Zäune am besten in den Boden einlassen, da sich die Kaninchen sonst darunter hindurch buddeln, das Gehege gegen Sonne, Regen und Raubtiere schützen und ein gut isoliertes Haus aufstellen. Wenn die Tiere schon im Frühjahr draußen leben, können sie dort auch problemlos den Winter überstehen.

 

Das Freigehege sollte nicht nur eine "langweilige Wiese" sein, sondern abwechslungsreich gestaltet werden. Sträucher, Steine und Wurzeln laden zum drüber springen oder verstecken ein, ein Hügel dient als Aussichtspunkt. Außerdem werden sie bald beobachten können, wie Ihre Kaninchen ihrer wahren Natur nachgehen und Gänge und Höhlen anlegen (sofern es der Untergrund zulässt).

 

Zum Thema "Geselligkeit" gibt es einiges zu beachten: nicht alle Kaninchen vertragen sich gut miteinander. So ist es z.B. teilweise problematisch, zwei erwachsene fremde Weibchen miteinander zu vergesellschaften, zwei erwachsene Männchen "verlieben" sich nie ineinander, sondern bekämpfen sich mehr oder wenige stark. Tiere, die miteinander aufwachsen, vertragen sich in der Regel gut. Die unproblematischste Lösung ist es, ein Weibchen und ein kastriertes Männchen zusammen zu halten (kastriert aus dem Grund, damit Sie nicht in kürzester Zeit vor einer Flut von Kaninchen stehen, die niemals alle gut untergebracht werden können). Zwei kastrierte Männchen vertragen sich übrigens auch gut.

 

Tipp:

Im Tierheim finden sie immer Kaninchen-Pärchen, die aneinander gewöhnt sind, die Männchen sind alle kastriert. Falls Sie mögen, können Sie sich auch für die Übernahme einer gut eingespielten Kaninchen-Sippe entscheiden!

Die leider oft empfohlene Lösung, ein Kaninchen mit einem Meerschweinchen zu vergesellschaften, ist vielleicht für das Auge des Betrachters ganz hübsch, aber keine glückliche Lösung. Kaninchen und Meerschweinchen sind in Verhalten und Körpersprache völlig verschieden und haben sich genau genommen "nichts zu sagen" oder es kommt zu Missverständnissen zwischen ihnen. Oft ist es sogar so, dass die Kaninchen die Meerschweinchen beißen. Deshalb: zwei Tiere anzuschaffen bedeutet immer die Entscheidung für zwei Kaninchen oder zwei Meerschweinchen.

 

Krankheiten:

Häufig auftretende Krankheiten bei Kaninchen sind Erkältungskrankheiten und Verdauungsstörungen (Durchfall, Verstopfung); Knochenbrüche sind oft das Resultat falscher Handhabung durch den Besitzer (sprich: fallen lassen!). Ein oft auftretendes Problem (vor allem bei Zwergkaninchen) sind Zahnanomalien, d.h. die Zähne nutzen sich durch Fehlstellung bedingt nicht richtig ab (hier hilft nur der regelmäßige Gang zum Tierarzt, der die Zähne kürzt!). Häufig vernachlässigt wird die "Körperpflege" der Kaninchen: dazu gehört, dass die Krallen regelmäßig gekürzt werden und bei langhaarigen Rassen das Fell gepflegt werden muss!

Gegen ansteckende Krankheiten (Myxomatose, Chinaseuche) können Sie Ihre Tiere impfen lassen.

 

Besonderheiten:

Bedenken Sie immer, dass Kaninchen Fluchttiere sind, d.h. nähern Sie sich immer langsam, ohne die Tiere zu erschrecken. Als Streicheltiere sind sie wirklich nur bedingt geeignet, was bedeutet, dass sich ein Kaninchen auf Ihre freundlichen Annäherungsversuche hin unter Umständen "schlecht benimmt", Sie anknurrt und im Zweifelsfall kratzt und beißt. Nie vergessen sollten Sie, dass Kaninchen überaus stressempfindlich sind (so kann z.B. ein Hund, der neben dem Käfig eines Kaninchens sitzt, unter Umständen nur dadurch, dass er da ist, den Tod des Kaninchens verursachen


 
   

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